Verlaufsformen der Multiple Sklerose
Gibt es einen einheitlichen Verlaufder Multiplen Sklerose ?
Nein,es ist geradezu ein charakteristisches Merkmal der MS, dass es keine Standartform der Krankheit mit einheitlichen Verlauf gibt, sonderen eine Vielzahl von unterschiedlichen Erscheinungsbildern und Verlaufsformen. Überspitzt ausgedrückt hat jeder MS-Betroffene seinen eigenen Verlauf, ohne dass es bisher eine Erklärung dafür gibt,warum es manchmal bei einzelnen Episoden mit kaum beeinträchtigenden und innerhalb kurzer Zeit folgelos abklingenden Beschwerden bleibt, und es auf der anderen Seite ungünstige Krankheitsverläufe mit starker Behinderung und Pflegeabhängigkeit innerhalb weniger Jahre gibt.
Wenn es nun zu einem oder einigen kurz dauernden Krankheitsschüben mit vollständiger Rückbildung der Beschwerden kommt, spricht man von einem gutartigen Verlauf. Betroffene Patienten weisen auch 15 Jahre nach Diagnosestellung noch keinerlei nennenswerte Behinderungen auf. Umgekehrt spricht man bei rasch zunehmenden Krankheitszeichen mit schwer wiegender Behinderung oder sogar Tod innerhalb relativ kurzer Zeit von einem bösartigen Verlauf.
Die häufigste Verlaufsform bei etwa mehr als jedem zweiten Betroffenen ist anfangs schubförmig und später chronisch - progredient. Dabei kommt es schließlich auch zwischen den Schüben zu einer Verschlechterung oder es lassen sich überhaupt keine Schübe mehr abgrenzen. Bei mehreren Schüben, die sich jeweils vollständig oder teilweise zurückbilden, spricht man von einem schubförmigen oder rezidiverend - remittierenden Verlauf. Dieser ist bei etwa 20% der Betroffenen zu beobachten, wobei bei drei Viertel innerhalb von Jahren ein neuer Schub zu erwarten ist und es zwischen den Schüben nicht zu einer Verschlechterung kommt. Etwa jeder fünfte Betroffene hat von Anfang an zunehmende ( chronisch - progresdiente ) Beschwerden, die jedoch von aufgesetzten Schüben mit vollständiger oder teilweiser Rückbildung überlagert werden. Bei etwa 10% kommt es von Anfang an zu einem als chronisch - progredient bezeichneten Verlauf mit mehr oder weniger stetiger Zunahme der Beschwerden ohne Schübe.
Für einen günstigen Verlauf sprechen ein Beginn mit Gefühls - oder Sehstörung als Estsymptome, eine vollständige Rückbildung der Beschwerden und eine fehlende Behinderung nach fünf Jahren.
Umgekehrt sind Lähmungserscheinugen, insbesondere im Zusammenhang mit Gang und Gleichgewichtsstörungen, als Erstsymptom mit bereits anfänglich bleibenden Ausfällen Hinweis auf einen weniger günstigen Verlauf. Die Schubfrequenz ist im Durschnitt umso höher, je niedriger dass Alter bei Krankheitsbeginn ist. Es ist unmöglich den Verlauf einer MS auch nur annähernd zuverlässig vorherzusagen.